
50 Jahre
Nussknackermarkt
Engers
1976 war es, als der rührige INTEG-Jugendclub zum ersten Mal einen Weihnachtsmarkt im Engerser Schlosshof veranstaltete, bei dem man laut Rhein-Zeitung bis zum Nachmittag bereits über 1000 Besucher gezählt hatte. Der Markt war sehr überschaubar, denn weniger als ein Dutzend weihnachtlich geschmückter Marktstände und Buden bildeten damals das gesamte Marktgeschehen. Nach diesem vielversprechenden Start traten ein Jahr später neben dem INTEG-Jugendclub auch der Engerser Verkehrsverein und die Engerser Gewerbetreibenden als Organisatoren mit auf und machten aus dem Weihnachtsmarkt nach eigener Aussage eine „Leistungsschau der Engerser Gewerbetreibenden“.
Im Jahr 1986 wechselte die Trägerschaft und der Sozialverband Deutschland (Reichsbund) wurde zum ersten Mal Ausrichter des Marktes und nannte den Markt bald darauf „Nussknacker Markt“. Damit wurde eine Marke geboren. Ein fünf Meter hoher Nussknacker markierte nun Jahr für Jahr vor dem Schlosstor das Marktgeschehen, das mittlerweile schon weit mehr als 30 Stände umfasste. Der Markt „boomte“ regelrecht, so dass man wenige Jahre später die Fläche rund um den Martinsbrunnen ebenfalls mit Ständen belegen konnte und die Veranstaltung auf zwei Tage ausdehnte. An mittlerweile vierzig Ständen konnten die Marktbesucher nun Kunsthandwerk erwerben und der Duft von Glühwein und „Krebbelscher“ lockte immer mehr auswärtige Besucher in den historischen Engerser Ortskern.
Das stetige Wachstum ging weiter und der Markt dehnte sich bald in die gesamte Schlossstraße aus. 1998 kam die Villa Musica als neuer Partner hinzu und das Kurfürstliche Schloss wurde mit in das Marktgeschehen einbezogen. Rund siebzig Verkaufsstände boten nun alljährlich beim Nussknacker Markt ihre Waren an. Von der mittelalterlich rustikalen Dekoration in der Alten Schlossstraße über das winterliche Iglu-Dorf im Schlosshof bis hin in die prachtvollen Räumlichkeiten des Schlosses präsentierte sich nun Jahr für Jahr ein abwechslungsreicher Weihnachtsmarkt.
Nachdem der Sozialverband 2003 zum letzten Mal als Veranstalter des Marktes fungierte, trat ab 2004 der Engerser Möhnenverein an dessen Stelle. Und mit der Übernahme der Trägerschaft durch die rührigen Möhnen wurde im Laufe der Jahre so manche neue Idee zur Präsentation des Marktes, aber auch des Umfeldes kreiert. Die Fenster des Alten Rathauses wurden weihnachtlich geschmückt, nachdem zuvor der Giebel des historischen Gebäudes mit einer Beleuchtung versehen worden war; die Alte Schlossstraße präsentierte sich in adventlichem Schmuck; zur Eröffnung des Marktes spielten Turmbläser weihnachtliche Melodien und zuletzt erstrahlte die Fassade des Schlosses in festlichem Lichterglanz.
Im Sommer 2015, schien es, als sollte die Geschichte des weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannten und beliebten Engerser Nussknacker Marktes, der alljährlich am ersten Adventswochenende stattfindet, nach rund vier Jahrzehnten zu Ende gehen. Aber eine Gruppe engagierter Engerser Bürger unter der Leitung vom Bürgervereinsvorsitzenden Bernd Wolff und dem Nussknacker Markt-„Urgestein“ Uschi und Thomas Bender setzten sich zusammen und so konnte die Geschichte des beliebten Engerser Weihnachtsmarktes fortgeschrieben werden.
Mit Einführung des freiwilligen Obolus, wurde eine finanzielle Hilfe geschaffen, um den immer weiter steigenden, technischen und bürokratischen Erfordernissen gerecht zu werden. Die Einnahmen des Marktes werden kontinuierlich in Beleuchtung, Programm, weihnachtliche Ausschmückung und Marktsicherheit investiert.
2018 Neben dem einheitlich mit weißen Iglu Zelten bestücktem Schloßhof, gab es auch immer die Alte Schloßstraße mit ihrem rustikalen Flair. Hier bauen die Aussteller ihre eigenen Stände auf, schmücken und beleuchten sie weihnachtlich. In diesem Jahr kam, als Neuerung, der Marktplatz als weitere Austellungsfläche dazu. Rund um den weihnachtlich dekorierten Brunnen wurde ein gemütliches Refugium, fast wie ein kleines Weihnachtsdorf, geschaffen.
2019 Seit Anfang der 1980er Jahre hat der überdimensionale Nussknacker am Schloßtor dem Markt seine eigene Identität verliehen. Jetzt hat er auch einen Namen bekommen! Die Engerser Kunostein Grundschule konnte sich beim Wettbewerb durchsetzten. Der Nussknacker hört jetzt auf den Namen „Kuno“.
In den Jahren 2020 und 2021 wurde die Welt von der Corona Pandemie überrollt und der Nussknackermarkt konnte leider nicht stattfinden. 2021 fand lediglich ein kleiner, abgespeckter Genussmarkt auf dem Marktplatz statt, um den Geist des Nussknackermarktes zu erhalten.
2022 Nach diesen zwei Jahren Zwangspause musste vieles neu bedacht werden. Im Frühjahr war Uschi Bender verstorben und hinterließ eine kaum zu schließende Lücke in der Organisation des Marktes. Der Bürgerverein schaffte es, mit Unterstützung einiger engagierter Engerser Bürgern, den Nussknackermarkt neu zu organisieren. Eine kleinere Ausgabe allerdings, denn das Schloß und der Schloßhof durften nicht mehr genutzt werden. Als kleiner Ausgleich konnten dafür zum ersten Mal die Räume im frisch sanierten Alten Rathaus genutzt werden und der Marktplatz rückte mehr in den Mittelpunkt, was von den Besuchern gerne angenommen wurde.
2023 drohte die Organisation des Nussknackermarktes ein weiteres Mal zu kippen. Bernd Wolff, der Vorsitzende des Bürgerverein Engers, musste schweren Herzens mitteilen, das es dem Verein nicht möglich sei, den großen Markt in alleiniger Regie weiter zu organisieren. Spontan entschieden sich die Helfer vom letzten Jahr, als Gruppe engagierter Bürger den Nussknackermarkt weiter zu führen. Der Arbeitskreis gründete sich im August und danach musste alles ziemlich schnell gehen. Da es den Zeltverleiher/Aufsteller der letzten Jahre für den Schloßhof nicht mehr gab, entschied sich der Verein dazu, eigene Zelte anzuschaffen und selbst aufzustellen. Ein wirtschaftlicher und arbeitsmäßiger Kraftakt. Aber pünktlich am ersten Adventwochenende konnte ein sehenswerter Nussknackermarkt besucht werden. Und in diesem Jahr auch wieder mit Schloßhof und den wunderschönen Räumen im Schloß.
2024 der Arbeitskreis Nussknackermarkt hat nach diesem gelungenen Event beschlossen die Tradition weiter zu führen und im Frühjahr den Verein „Nussknackermarkt e.V.“ gegründet. Es wurde weiterhin in neue Ideen bei Beleuchtung und Dekoration investiert.
2025 Der neue Verein musste sich nach einem weiteren schönen Markt in 2024 einer großen Herrausforderung stellen. In der Silvesternacht 2024/2025 brannte der Engerser Lokschuppen ab und mit ihm das komplette, zum Teil im Jahr davor neu angeschaffte Material. Lediglich Kuno hat in seinem Lager in der Klippergasse den Brand überstanden und bleibt weiterhin das Wahrzeichen am Schloßtor. Trotz aller Widrigkeiten gab es natürlich am 1. Advent einen Markt. Im Schloßhof mit neuen Zelten und einer sehenswerten Beleuchtung.
2026 findet jetzt der 50. Nussknackermarkt statt. Der Nussknackermarkt Verein ist sehr stolz darauf ihn ausrichten zu dürfen und bedankt sich bei allen Menschen, die im Verlauf der letzten 50 Jahre, mit viel Herzblut, diese Tradition bewahrt haben.







